← Blog · 7. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit

Tagessatz berechnen: Was Freelancer in Oesterreich wirklich verdienen muessen

Wie viel Tagessatz brauchst du als Freelancer in Oesterreich, um nach SVS und Einkommensteuer dein Wunsch-Nettoeinkommen zu erreichen? Die Rueckwaertsrechnung.

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Als Freelancer oder Einzelunternehmer in Österreich bist du für deine eigene Sozialversicherung und Steuer zuständig. Das macht die Frage „Was soll ich verlangen?“ deutlich komplizierter als bei Angestellten — und die meisten unterschätzen ihren nötigen Tagessatz erheblich.

Warum der Brutto-Vergleich mit Angestellten trügt

Ein Angestellter mit €4.000 Brutto hat etwa €2.650 netto. Als Freelancer musst du aus deinem Honorar bezahlen:

Als Faustregel gilt: Ein Freelancer muss mindestens das 1,5- bis 2-fache des Brutto-Gehalts eines vergleichbaren Angestellten verlangen, bevor irgendetwas berechnet wurde.

Die Rückwärtsrechnung: So funktioniert es

Statt von oben nach unten zu rechnen (Tagessatz minus Steuern = Netto), beginnt die saubere Methode mit dem gewünschten Nettoeinkommen:

  1. Gewünschtes Jahresnetto festlegen — z.B. €40.000
  2. Einkommensteuer hinzurechnen — bei €40.000 netto liegt der Gewinn vor Steuer bei rund €55.000 (progressiver Tarif 2025)
  3. SVS-Beiträge draufrechnen — bei ~26,8 % kommen nochmal ca. €18.000 dazu
  4. Ergibt einen benötigten Jahresumsatz von ~€73.000
  5. Geteilt durch fakturierbare Tage (~200) = Tagessatz ~€365

SVS-Beiträge: Was Freelancer 2025 zahlen

Die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) deckt Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung ab. Der Gesamtbeitragssatz für GSVG-Versicherte beträgt 2025 rund 26,8 % auf den Gewinn.

Im ersten Jahr zahlt die SVS Mindestbeiträge auf Basis einer pauschalen Beitragsgrundlage (~€518/Monat). Läuft der erste Steuerbescheid ein, wird die Differenz nachverrechnet.

Einkommensteuer 2025 für Einzelunternehmer

Die Steuer wird auf den Gewinn berechnet (Einnahmen minus Betriebsausgaben, minus SVS-Beiträge):

Betriebsausgaben wie Home-Office, Hardware, Fachliteratur oder Fahrtkosten senken den steuerpflichtigen Gewinn — und damit auch die SVS-Beiträge.

Wieviele Tage kannst du tatsächlich fakturieren?

In der Praxis bleiben nach Urlaub (25 Tage), Krankenstand (~7 Tage), Feiertagen (13 in Österreich) und Akquise/Verwaltung (15–20 Tage) nur rund 190–210 fakturierbare Tage übrig. Bei 200 statt 250 Tagen muss der Tagessatz um 25 % höher sein, um dasselbe Jahresnetto zu erreichen.

Richtwerte für Tagessätze in Österreich 2025

Werte variieren stark nach Erfahrung, Spezialisierung und Marktsegment.

Stundensatz oder Tagessatz?

Faustregel: Tagessatz ÷ 7 (effektive Arbeitsstunden). Bei einem Tagessatz von €700 entspricht das €100/Stunde. Für Projekte mit unklarem Scope empfiehlt sich Tagessatz mit Stundenabrechnung — das schützt vor Scope Creep.

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